Delegiertenversammlung 2015

Zwei Millionen Franken für den Breitenfussball

54 von 63 Vereinen leisteten im September der Einladung des St. Galler Kantonal-Fussballverbandes (SGKFV) Folge und besuchten die Delegiertenversammlung in der Aula des Oberstufenzentrums Mühlizelg in Abtwil.

Der Abend startete mit einer kurzen Gruss- und Willkommensadresse von Ivo Forster, Präsident des FC Abtwil-Engelburg. Dieser hatte aus Anlass seines 50 Jahr-Jubiläums die Organisation der 88. Delegiertenversammlung des SGKFV übernommen. Es folgte eine überaus sympathische und humorvolle Vorstellung der Gemeinde Gaiserwald durch Gemeindepräsident Boris Tschirky. Danach stand dann nur noch «König Fussball» in der Person von Verbandspräsident Peter Witschi, im Mittelpunkt des Geschehens.

Versammlung im Zweijahresrhythmus
Vor zweieinhalb Jahren hatten die Delegierten des SGKFV das letzte Mal getagt. Präsident Peter Witschi erinnerte nochmals daran, warum es so lange gedauert hat, dass man erst jetzt wieder zusammengekommen ist. Man hatte damals einem Wechsel vom ein- auf den zweijährigen Durchführungsrhythmus zugestimmt und gleichzeitig das Kalenderjahr der Fussballsaison angepasst. Zügig und routiniert führte Peter Witschi danach durch die reich befrachtete Traktandenliste. Dem Protokoll 2013, den Jahres- und Ressortberichten sowie den Jahresrechnungen 2013 und 2014 mit je einem bescheidenen Gewinnvortrag erwuchsen keinerlei Opposition, ebenso fand die Beibehaltung des Vereinsmitgliederbeitrags von 300 Franken breite Zustimmung. Voller Dankbarkeit informierte Peter Witschi, dass die St. Galler Kantonal-Fussballverband und seine MItgliedervereine in den vergangenen beiden Saisons zusammen zwei Millionen Franken an Sport-Toto-Gelder erhalten haben.

Ehrenmitgliedschaft für Gion Beer
Gion Beer, der über zehn Jahre lang überaus aktiv im SGKFV-Vorstand tätig war, durfte als Dank für seinen vorbildlichen Einsatz von Peter Witschi die Ehrenmitgliedschaft entgegennehmen. Als seinen Nachfolger wählten die Delegierten einstimmig Mario Ammann vom FC Ebnat-Kappel. Die übrigen Vorstandsmitglieder Bruno Räss, Markus Stark, Engelbert Hutter, Felix Wetter und Bruno Thöni wurden in ihren Chargen bestätigt, ebenso auch der verdiente Präsident Peter Witschi, dessen Wiederwahl die Delegierten mit grossem Applaus begleiteten. Hansjörg Rohner, Vorstandsmitglied der IG St. Galler Sportverbände, übergab nach der Verlesung von eindrücklichen, von Anekdoten geschmückten Lobreden Gion Beer und Ruedi Sieber, dem langjährigen Präsidenten des FC Widnau, Ehrenurkunden. Zum Schluss des ordentlichen Teils der Versammlung überbrachte Präsident Stephan Häuselmann die Grüsse und Wertschätzung des Ostschweizer Fussballverbandes. Ihm war es auch vorbehalten, sämtliche in die nächst höheren Ligen aufgestiegenen Vereine sowie die fairsten Teams der vergangen Saison zu ehren.

BOX:

«Abfallprodukt Spitzenfussballer»
Einen Höhepunkt hatte sich SGKFV-Präsident Peter Witschi ganz für den Schluss der Delegiertenversammlung aufbewahrt: Ein Interview mit FC St. Gallen Präsident Dölf Früh. Sympathisch, offen und mit grossem Humor beantwortete dieser zuerst die Fragen von FCSG-Medienchef Daniel Last und später auch noch solche der Vereinsdelegierten. Besonders viele Lacher erntete er zum Beispiel mit seinen Ausführungen zur Trainersuche. Über drei Monate habe es gedauert, bis er endlich eine stundenweise Reinigungskraft für sich privat gefunden habe, dagegen seien bei ihm und im FCSG-Sekretariat schon wenige Stunden nach der Medienkonferenz zum Rücktritt von Jeff Saibene über 60 Bewerbungen für den Trainerposten eingegangen. Stolz informierte Früh auch über das «schweizweit einzigartige» Nachwuchsprojekt Future Camp Ostschweiz. 1000 junge Talente aus der ganzen Ostschweiz würden gefördert, Das Budget betrage jährlich 3,5 Millionen Franken. Man wolle mit dem Projekt den Breitensport fördern und wenn «hinten heraus als schönes Abfallprodukt» eine Handvoll Spieler den Sprung ganz nach oben schaffe, sei er sehr zufrieden. Als Präsident des FC St. Gallen sieht sich Dölf Früh täglich gefordert. Er und sein Führungsteam müssten immer hellwach sein, meinte Früh und meinte dann lachend: «Wenn wir trotzdem einmal einschlafen, wecken uns die Medien schneller wieder auf, als uns lieb sein kann.» Zum Schluss der Befragung zollte der FC St. Gallen Präsident den Delegierten seinen grosse Respekt: «Ich ziehe den Hut vor allen Ehrenamtlichen, die sich mit grossem Engagement tagtäglich für den Fussball einsetzen.»