Rüthi war am Donnerstagabend, 18. September, Gastgeber der 93. Ordentlichen Delegiertenversammlung des St. Galler Kantonal-Fussballverbandes SGKFV.
Hansueli Steiger
FC-Rüthi-Präsident Urs Baumgartner stellte den Club näher vor: Gegründet wurde der FCR 1946. Diesen Sommer gelang dem Team um Cheftrainer Granit Bojaxhi der Aufstieg in die zweite regionale Liga. «2025 haben wir – Stand jetzt – erst ein Pflichtspiel verloren», sagte Baumgartner. Irene Schocher, die Gemeindepräsidentin gab in ihrer Präsentation spannende Einblicke über das idyllische Dorf im St. Galler Rheintal mit gut 2600 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Dann ging es zu den Traktanden. SGKFV-Präsident Peter Witschi konnte über eine erfreuliche Spielzeit für den St. Galler Fussball berichten: In der Saison 2024/25 hat sich der FC St. Gallen trotzt durchzogener Meisterschaft in der Conference League sehr gut geschlagen. Im Breitenfussball schaffte der FC Widnau nach einem Vierteljahrhundert wieder den Aufstieg in die 1. Liga Classic. Der FC Weesen und der FC Rorschach-Goldach 17 gewannen ihre jeweilige Gruppe souverän. Weesen dominierte die Meisterschaft und stieg mit einem Vorsprung von sagenhaften 27 Punkten und mit 114 erzielten Toren in die Interregio auf. Auch der Aufstieg von Rorschach-Goldach 17 stand schon früh fest: Schlussendlich waren es auch hier zehn Punkte Vorsprung. Fünf Teams aus dem Kanton St. Gallen stiegen von der dritten in die regionale zweite Liga auf.
Im Spitzenfussball gelang dies auch dem FC Rapperswil/Jona: «Zusammen mit dem FC Wil haben wir damit gleich zwei Teams in der Challenge League.» Erfreulich sei auch die Tatsache, dass die Anzahl der Fussballer und vor allem der Fussballerinnen weiter zugenommen habe, so Witschi. Der Verbandsbestand zählt 71 Vereine – 68 Fussball- und drei Futsalclubs. Mit dem FC Bashkimi 99 hat sich ein junger Mitgliedverein per Ende 2025 wieder aufgelöst.
Der 100. Geburtstag des SGKFV wird im Juni 2026 gefeiert
Der SGKFV steht vor einem Jubiläumsjahr: 2026 wird er 100 Jahre alt. Dieser runde Geburtstag soll am 27. Juni auf der Widnauer Aegeten mit einem grossen Fest gefeiert werden, unter anderem mit einem Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem SCR Altach. 58 der 71 Vereine im Verbandsgebiet waren an der DV in der MZH Bünt dabei. Durch personelle Änderungen und Rücktritte im Vorstand mussten zwei neue Mitglieder ins Amt gewählt werden. Die beiden Ressorts «Sportfonds» und «sportverein-t» wurden zum neuen Ressort «IG Sport St. Gallen zusammengelegt. «Damit konnte der Vorstand um eine Person auf neu sechs Mitglieder verkleinert werden», so Witschi.
Die beiden neuen Mitglieder und die vier bisherigen Amtsinhaber wurden einstimmig gewählt. Der Verband und die Ressorts setzen sich damit zusammen aus: Peter Witschi (Präsident), Roger Keller (Schulfussball/UBS Football Cup), Mario Ammann (IG Sport SG) und Bruno Thöni (technischer Leiter/alle bisher) sowie Jessica Bärtsch (Finanzen) und Reto Eichmann (Talentschulen/beide neu). Im Amt bestätigt wurden auch die beiden Revisoren Markus Brocker und Navin Fritschi. Ammann ist bereits seit zehn Jahren im Vorstand dabei.
Imposant sind die Zahlen des UBS Football Cups, des Nachfolgers des CS-Cups. «Wir haben jährlich über 1’400 Teams am UBS Football Cup am Start. Das heisst: Es sind rund 13’000 Mädchen und Jungs dabei. Mit diesen Teilnehmerzahlen ist der Kanton St. Gallen seit über 20 Jahren in der Schweiz mit Abstand an der Spitze», sagte Witschi.
Weil die DV seit einigen Jahren nur noch alle zwei Jahre stattfindet, präsentierte Witschi zwei Jahresrechnungen: Eine für die Rechnungsperiode 2023/24 und eine für 24/25. Beide schliessen mit einem Verlust ab: Jene vom 23/24 mit 5’469 Franken, die andere mit 1’065 Franken. «In den nächsten zwei Jahren kommen zwei grosse Posten auf uns zu», sagte der Präsident. «2026 ist es unser Jubiläum und 2027 führen wir das internationale ARGE Alp Turnier durch.» Dies wird auch auf das Budget Auswirkungen haben. 25/26 wird mit einem Minus von 1’450 Franken gerechnet, 26/27 mit einem Verlust von 18’950 Franken.
Ehrungen für Kuno Jocham und Marcel Marti
Die Beiträge an den Verband werden von 300 Franken auf neu 400 Franken pro Verein und Saison erhöht. «Seit 25 Jahren blieb dieser Beitrag unverändert. Wir wollen unsere Dienstleistungen unbedingt weiter anbieten können. Davon profitieren wiederum die Clubs», erklärte Witschi. Angenommen wurde auch die Statutenänderung, die für den neuen Branchenstandard für den Schweizer Sport von Swiss Olympic notwendig ist. Diese Änderung ist auch für die Clubs zwingend: Bis am 1. Januar des nächsten Jahres müssen die Clubstatuten entsprechend angepasst sein. Der Ostschweizer Fussballverband (OFV) hat den SGKFV-Vereinen angeboten, unterstützend zur Seite zur stehen.
Benjamin Fust, CEO der FC Wil 1900 AG und Vorstandsmitglied der IG Sport St. Gallen, ehrte zwei verdiente Funktionäre: Kuno Jocham vom FC Widnau und Marcel Marti (FC Buchs). Jocham ist seit über 50 Jahren beim FCW dabei, acht davon als Vereinspräsident. «Ein Machertyp, der mit seiner ruhigen und positiven Art auffällt», sagte Fust. Wie Jocham beim FC Widnau ist auch Marcel Marti beim FC Buchs schon fast eine Institution. Nebst vielen anderen Aufgaben ist er Chef der Spielkommission des Vereins – und dies schon seit 1994.
«Ein Bereich, der aktuell boomt, ist der Fussball der Frauen. Die Begeisterung, die im Sommer durch unser Land geschwappt ist, lässt sich kaum in Worte fassen», sagte OFV-Präsident Stefan Häuselmann. Dies bestätigte Jennifer Wyss vom OFV: «Die Zahl der Spielerinnen ist in unserem Gebiet seit April 2023 um fast 28 Prozent auf aktuell 5’831 Kickerinnen gestiegen.»

